Zusammenfassung: Die Neutralitätsinitiative baut auf vier Säulen: (1) Immerwährende Neutralität als Verfassungsgrundsatz, (2) Verbot von Militärbündnissen, (3) Verbot nichtmilitärischer Zwangsmassnahmen und (4) Verfassungspflicht zur Vermittlung. Jede Säule wird hier mit den Argumenten von Befürwortern und Gegnern analysiert.
Heute ist die Neutralität in der BV nur als Aufgabe erwähnt (Art. 173/185 BV), nicht als eigenständiger Grundsatz. Die Initiative will sie im Abschnitt "Auswärtige Angelegenheiten" (Art. 54a) verankern [1].
Art. 54a Abs. 2 verbietet den Beitritt zu Militär- oder Verteidigungsbündnissen. Einzige Ausnahme: Zusammenarbeit bei direktem Angriff auf die Schweiz [1].
Dies ist der umstrittenste Teil der Initiative. Art. 54a Abs. 3 verbietet Wirtschaftssanktionen gegen kriegführende Staaten [1].
Ausnahmen:
Konseqünz: Die 2022 übernommenen EU-Sanktionen gegen Russland wären künftig nicht mehr möglich.
Art. 54a Abs. 4 verpflichtet die Schweiz aktiv zur Konfliktprävention und Vermittlung. Heute sind die Guten Dienste politische Tradition, aber keine Verfassungspflicht [1].
[1] Bundeskanzlei (2024). Eidgenössische Volksinitiative "Wahrung der schweizerischen Neutralität".
Schweizerische Bundeskanzlei. [Open Access]
[2] neutralität-ja.ch (2024). Argumentarium.
Initiativkomitee. [Open Access] Hinweis: Positionspapier des Initiativkomitees
[3] Tagesanzeiger (2024). "Den Neutralitätsbegriff einzüngen ist grober Unfug".
Tagesanzeiger. [Open Access]
[4] Europäische Bewegung Schweiz (2024). Unsere Antwort auf die Neutralitätsinitiative.
Europäische Bewegung Schweiz. [Open Access] Hinweis: Stellungnahme, nicht neutrale Quelle
[5] SP Schweiz (2024). "Die Neutralitätsinitiative ist eine Pro-Putin-Initiative".
SP Schweiz. [Open Access] Hinweis: Positionspapier der SP
Letzte Aktualisierung: März 2026